Mikroplastik in Kosmetika

Chemie im BadezimmerIn der Öffentlichkeit wird schon länger über die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll diskutiert. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche teilte das Umweltbundesamt diesen Sommer mit. In engem Zusammenhang damit steht das Thema Mikroplastik, welches in Kosmetika verwendet wird, weshalb es auch hier bei uns Eingang findet – ein Beitrag von Carolin Mündemann.

 Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik sind Kunststoffteilchen mit einer Größe von unter fünf Millimetern, also mikroskopisch kleine Plastikpartikel. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Mikroplastik. Als primäres Mikroplastik werden sog- Basispellets – dies ist ein Grundmaterial für die Plastikproduktion – und kleine Plastikgranulate, wie in Kosmetikprodukten verwendet werden, bezeichnet. Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn z.B. Plastiktüten ins Meer gelangen und dort durch Wellenbewegung und Sonneneinstrahlung verwittern und sich so zersetzen.

Warum ist Mikroplastik schädlich?

Mikroplastik ist zu klein für unsere Kläranlagen, landet so in der Umwelt und kommt durch die Nahrungskette wieder zurück zu uns Menschen. Plastik wirkt im Wasser wie eine Art Magnet auf Umweltgifte, die sich dann an den Plastikpartikeln ansammeln. Wenn Tiere diese Plastikteilchen fressen, nehmen sie automatisch auch das Gift mit auf. Dieses Gift reichert sich dann im Fettgewebe der Tiere an. Es wurde bereits in Fischen, Meeresvögeln aber auch z.B. Muscheln, die tief im Meer leben, gefunden. Am Ende dieser Kette steht der Mensch, der sich von eben diesen Fischen und Muscheln ernährt und somit eine erhebliche Menge an Umweltgiften auf diesem Weg aufnimmt.

Warum ist Plastik in Kosmetik?

duschende FrauIn Peelings, Zahnpasten, Duschgels und Gesichtsreinigern sind Mikropartikel aus verschiedenen Kunststoffen in verschiedenen Größen und unterschiedlichen Gewichtsanteilen zugesetzt. Die Kosmetikindustrie verwendet Mikroplastik als Schleifmittel, Filmbildner oder Füllstoff, aber auch in flüssiger Form zum Beispiel als Bindemittel. Dabei wird in der Werbung der Hersteller oft sogar hervorgehoben, dass diese Kunststoffpartikel eine besonders schonende Wirkung haben sollen.

Wie erkenne ich Mikroplastik in Kosmetika?

Alle Hersteller sind aufgrund der Europäischen Kosmetikverordnung dazu verpflichtet, die enthaltenden Stoffe ihrer Produkte auf deren Verpackung anzugeben. Je weiter vorne ein Inhaltsstoff in der Liste steht, desto höher ist auch dessen Anteil im jeweiligen Produkt. Dies sind einige der verwendeten Inhaltsstoffe, die für Mikroplastik stehen:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polyester; Polyester-1; Polyester-11 (PES)
  • Polyurethan; Polyurethan-2; Polyurethan-14; Polyurethan-35 (PUR)
  • Polyamid; Nylon-12; Nylon-6; Nylon-66 (PA)
  • Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA)
  • Polyimid; Polyimid-1 (PI)
  • Copolymere von Acrylnitril mit Ethylacrylat/Copolymere von anderen Acrylaten (ANM)

Was kann man tun?

Naturprodukt SeifenReduzieren Sie in Ihrem Alltag den Verbrauch von Plastik – allein 65 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche pro Jahr. Dies ergibt allein in Deutschland jährlich 5 Milliarden Stück Plastiktüten. Indem Sie langlebige Produkte kaufen schonen Sie wertvolle natürliche Ressourcen und vermeiden Müll. Nutzen Sie plastikfreie Verpackungen wie Papiertüten für Brot oder Obst und Gemüse, Mehrwegflaschen oder noch besser Glasflaschen aus der Region und eigene Textiltragetaschen für den Einkauf. Nur wenn Sie Ihren Müll trennen, ermöglichen Sie, dass Plastik und andere Stoffe überhaupt recycelt werden können.

Weiterhin können Sie auf Produkte verzichten, die Kunststoffe, insbesondere Mikroplastik enthalten. Der BUND hat z.B. eine Liste mit Kosmetika und Hygieneartikeln veröffentlicht, die Mikroplastikbestandteile aufweisen.

Alternativ setzen wir bei Schafschoki auf natürliche, handgemachte Seifen mit angenehmen Düften als Ersatz für Duschgel, einer leichten Gesichtsseife zur Gesichtsreinigung und Gesichts- und Körperschwämme aus natürlichen Konjakfasern der Marke Dr. Sponge. Mit diesen Schwämmen wird für die Reinigung kein weiteres Kosmetikprodukt benötigt und die Schwämme können als 100% natürlicher Rohstoff sogar auf dem Kompost entsorgt werden.

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